Schweden – ein Wintermärchen

Exil bei den Elchen: Tagebuchnotiz über eine kurze Auszeit im tief verschneiten Småland.

Zwei Wochen unsichtbar. Zu den Elchen emigriert, in Winterluft aufgelöst. Unsere Spuren verwischt. Den Rückweg aus dem Gedächtnis gestrichen. Alle Nachrichten blockiert. Die Zeit vergessen. Alles auf Schneeflockenlautstärke gedimmt. Die Ofentür ist unser Bildschirm. Wir starren stundenlang ins Feuer, während der Tag mit frostblauen Augen in die Hütte schaut.


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In der winterlichen Einsamkeit ist ein Ofen die Achse der Welt, schreibt Sylvain Tesson. Um ihn herum organisiert sich alles andere. Man könnte auch sagen: Er gibt uns einen Platz, wo wir hingehören und wo wir zusammen sind. Alle Kultur begann am Feuer: die Sprache, die Geschichten, die Rituale, die Spiritualität. Der Ofen ist unser Hausgott. Ein freundlicher Geist. Wir bringen ihm Holzscheite dar, damit er uns in den kalten Morgenstunden Hände und Füße wärmt.

Übernacht hat der See eine Glashaut bekommen. Drin gefangen wie in einer Zeitkapsel – blutrotes Herbstlaub. Das Licht steht hier manchmal so tief, dass die Uferlinien zu leuchten beginnen wie Goldränder an einem sehr flachen Teller. Wir hängen Futterringe für die Meisen in die Bäume und stellen Milchreis für die Rumpelwichte vor die Tür. Zwei Wochen sind wir Teil einer anderen Wirklichkeit. Und hoffen, dass das neue Jahr uns nicht findet.

Das geheimnisvolle Dorf

In den Wäldern von Småland gibt es einen Ort, der in keiner Karte steht. Man kann ihn nur einmal im Leben besuchen. Denn wer ihn gesehen hat, findet sich nie dorthin zurück. Eine wahre Geschichte. >>> weiterlesen!

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