Der Falkenstein mit Bauchbinde

Das Relief der Sächsischen Schweiz wird restauriert.
Stefanie Matthes macht sich mit der Leimspritze an die Risse der Sächsischen Schweiz. Das berühmte Landschaftsrelief von Irmgard Uhlig ist in die Jahre gekommen und muss restauriert werden. (Foto: Hartmut Landgraf)

Irmgard Uhligs berühmtes Landschaftsrelief der Sächsischen Schweiz wird restauriert. Ausgerechnet der stolzeste Felsen des Gebirges braucht vorübergehend ein Korsett.

Da steht er, der „mächtige“ Falkenstein – der wichtigste Gipfel der Sächsischen Schweiz, an dessen Flanken die Sachsen seit nunmehr 150 Jahren hinauf- und hinunterklettern. Fast braucht man eine Lupe, um ihn zu erkennen. Denn in Irmgard Uhligs berühmtem Landschaftsrelief im Blockhaus auf dem Brand ist der Falkenstein kaum mehr als einen Daumennagel groß. Und beinahe wäre er auseinandergebrochen.

Diplomrestauratorin Stefanie Matthes ist diejenige, die das verhindern soll. Vorsichtig hat sie dem Falkenstein eine winzige Bauchbinde aus Hanf verpasst und den stolzen Felsen wieder aufgerichtet und festgeleimt. Auch der Rest des jahrzehntealten Reliefs bekommt eine Frischekur. 1956 von der Dresdner Bergmalerin Irmgard Uhlig aus Pappe, Leinwand, Holz und Styropor zusammengefügt, ist das Relief inzwischen an vielen Stellen rissig und schäbig geworden. Die Nationalparkverwaltung, die gerade ihre gesamte Infostelle im Blockhaus umbaut, will dem historischen Modell zu neuem Glanz verhelfen und lässt es restaurieren. Stefanie Matthes hat es zunächst entstaubt und bringt nun die schadhaften Stellen nach und nach mit Leimspritze, Kitt und Pinsel wieder in Ordnung. Und weil sie selbst klettern geht, aber noch nicht allzu lange in der Sächsischen Schweiz heimisch ist, freut sich die gebürtige Thüringerin, dass sie diesen Auftrag bekommen hat. „Auf dem Relief entdecke ich manchen Winkel, wo ich noch nie gewesen bin“, sagt sie.

Nur die alten Steck-Fähnchen, mit denen die Felsen und Tafelberge früher beschriftet waren, soll es nicht mehr geben. Sie steckten ohnehin ständig am falschen Platz. Ihren Part soll künftig ein Touchscreen übernehmen, mit dessen Hilfe sich die Betrachter des Reliefs orientieren können. Geplante Fertigstellung der neuen Ausstellung: erstes Halbjahr 2015. Die insgesamt acht Infostätten des Nationalparks Sächsische Schweiz haben im April und Oktober täglich von 10 bis 16 Uhr, von Mai bis September jeweils 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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