Wir müssen reden

Ein Kommentar zum Waldbrand in den Affensteinen

Verbranntes Blatt
Die Adern sind hervorgetreten, die Haut ist verkohlt und mit Brandblasen übersät - schon der Anblick dieses Blattes schmerzt. (Foto: Hartmut Landgraf)

Die verkohlten Bäume über der Höllenwand werfen unbequeme Fragen auf: Was sagen solche Bilder über unsere Beziehung zur Natur? Was werden jene, die das Gebirge schützen wollen, daraus lernen? Machen wir es uns mit der Empörung über die Unvernunft eines Einzelnen nicht ein bisschen zu leicht?

Die Antwort der Nationalparkverwaltung kam umgehend. Noch während die Feuerwehrleute am Dienstag auf dem brennenden Riff am Sandlochwächter alle Hände voll mit den Löscharbeiten zu tun hatten, gab die Naturschutzbehörde eine eilige Pressemitteilung heraus: Ihr Chef Dietrich Butter verurteilt darin mit deutlichen Worten illegales Feuermachen im Nationalpark und warnt, seine Ranger würden künftig wieder stärker gegen solche Verstöße vorgehen. Eine Drohung, die angesichts von einem Hektar zerstörter Riffvegetation sicherlich angebracht war – aber letztlich folgenlos bleiben wird.

Allein im vergangenen Jahr hat die Nationalparkwacht Reste und Spuren von mehr als 320 Feuerstellen in der Sächsischen Schweiz beseitigt, die Zahl der dort angezündeten Lagerfeuer dürfte noch um ein Vielfaches größer gewesen sein. Die schiere Menge zeigt zum einen, wie sicher sich die Leute vor den Nationalparkwächtern fühlen – die Personalsituation in Bad Schandau ist ein offenes Geheimnis, und auch Butter ist natürlich klar, dass er mit seinem Stellen-Kontingent von 23 Rangern* kein zerklüftetes Felsgebiet von 93 Quadratkilometern effektiv überwachen kann. Zudem sagen Planstellen wenig über konkrete Dienst- und Urlaubspläne aus, über Zuständigkeiten und krankheits- oder altersbedingte Engpässe. Im Winterhalbjahr wechselt ein Drittel der Ranger das Aufgabenfeld – vom Naturschutz zum Forst, und einige Nationalparkwächter sind auch im Sommer anteilig mit forstlichen Aufgaben beschäftigt. Daher wird die Behörde an manchen Wochenenden kaum mehr als einen oder zwei Ranger auf der Fläche einsetzen können – für den gesamten Nationalpark. Sie hat gar nicht die Kraft, ihre Drohung wahrzumachen.

* Ergänzung, 9. September: Nach inzwischen offiziell bestätigten Informationen des Sandsteinbloggers beläuft sich die Personalstärke der Nationalparkwacht mittlerweile nicht mehr auf 23, sondern nur noch auf 16 Ranger.
Ranger hockt auf der Waldbrandfläche
Ranger Maik Hille von der Nationalparkwacht musste zusehen, wie das, was er schützen soll, durch Achtlosigkeit in Rauch aufging. Das einstmals üppig mit Heidekraut, Farn und Preiselbeeren bewachsene Felsriff ist bloß noch eine trostlose Aschesteppe. Die Natur wird es wegstecken und sich wieder erholen, sagt der Waldhüter. Doch das Vertrauen, das hier verbrannte, wird wohl nicht so schnell wiederkehren. (Foto: Hartmut Landgraf)

Die Zahl der Feuerstellen zeigt aber auch, dass wir es uns zu leicht machen, wenn wir den Waldbrand an den Affensteinen nur der puren Unvernunft Einzelner zuschreiben. Die Feuerei – ganz gleich, ob auf halbwegs sicherem Fels- und Sanduntergrund in einer Boofe oder in gedankenloser Abenteurer-Manier auf einem Riff – gehört anscheinend zu den Begehrlichkeiten, die eine Landschaft wie die Sächsische Schweiz bei vielen weckt. Felsen versprechen Freiheit – und Abenteuer. Geweckt werden solche Erwartungen freilich auch vom Nationalpark selbst, der mit seinen Verheißungen von Wildnis und Naturerlebnis an ein tiefes Bedürfnis rührt. Niemand kann es leugnen: Kaum etwas erdet uns mehr, gibt uns ein vollkommeneres Gefühl unserer ureigenen, inneren Natur, als eine Sternennacht draußen mit Freunden am Lagerfeuer. Der behauptete Zusammenhang mit der sächsischen Bergsporttradition ist letztlich nur der Lack über diesem sehr viel älteren und stärkeren Beweggrund. Wer selbst boofen geht, der weiß, dass nur die allerwenigsten wirklich ein Seil im Rucksack haben, wenn sie draußen kampieren. Der Wunsch nach Freiheit und Naturnähe entspricht unserem Wesen. Die Frage ist, ob und wie das Stückchen Restnatur in der Sächsischen Schweiz diesem Bedürfnis gerecht werden kann. Geben wir ihm völlig ungebremst nach, werden wir das, was wir suchen, bald nicht mehr finden.

Ein falsches, ich-bezogenes Verständnis von Freiheit

Beim Vorfall in den Affensteinen kommen noch andere Überlegungen ins Spiel. In Sachsens einzigem Nationalpark kann man ein vergleichsweise üppiges Maß an Freiheit und Abenteuer erleben. 400 Kilometer markierte Wanderwege, ein Vielfaches mehr an Kletterzugängen und frei begehbaren Pfaden (außerhalb der Kernzone jeder im Gelände erkennbare Weg), rund 750 von den insgesamt etwa 1100 Klettergipfeln in der Sächsischen Schweiz, 58 offizielle Boofen, zehn zugelassene Feuerstellen. Besonders wegen der Wegedichte wird Sachsen scharf kritisiert – etwa vom Nationalparkdachverband Europarc und anderen Institutionen, die eine strengere Gangart im Naturschutz fordern. Trotzdem gibt es eine zunehmende Zahl von Leuten, die sich in ihrem ich-bezogenen Freiheitsverständnis an keinerlei Regeln und Grenzen gebunden fühlen. Dieser Geist weht überall: Es beginnt mit Müllplätzen im Wald oder einem brennenden Riffbiotop und endet mit dem Ruin einer Bank oder einer ganzen Volkswirtschaft.

Abendstimmung über dem Domgebiet
Wegen solcher Bilder lieben wir sie – die Sächsische Schweiz: der Große Dom und die Schrammsteine im Abendlicht, fotografiert von der Carolaaussicht. Das Felsriff in der Mitte ist jenes, das jetzt einen großen und hässlichen Brandfleck trägt. (Foto: Rico Richter/www.elbsandsteinbilder.de)

Zweitens: Die für geschützte Naturlandschaften vorgeschriebene Besucherlenkung fällt der Nationalparkverwaltung immer schwerer. Die Zeit ist lange vorbei, als es ausreichend war, manch schönen Fleck nur etwas ungenauer oder gar nicht zu beschildern – und im Einvernehmen mit den Wander- und Bergsportverbänden dafür zu sorgen, dass er nicht weiter in die Öffentlichkeit getragen wurde. Die Zeit ist vorbei, als die präzisen Böhm-Wanderkarten noch zu den Insignien von Insidern oder Nationalpark-Rebellen gehörten. Dank Smartphone und solchen Diensten wie OpenStreetMap kann heute grundsätzlich jeder der jährlich 2,9 Millionen Besucher des Schutzgebiets im Handumdrehen zum Insider werden. Die Folgen sind sichtbar – für jeden, der bereit ist hinzusehen. Nicht immer sind sie so offenkundig wie die chinesische Reisegruppe auf der Häntzschelstiege oder der Naturfreund aus Nordrhein-Westfalen, der schon beim ersten Besuch in der Sächsischen Schweiz die Siebenschläferboofe anpeilt. Manchmal sieht man sie nur daran, dass ein ohnehin nur dünn bemoostes Felsplateau noch ein bisschen kahler wird, oder an der zunehmenden Zahl von Tempotaschentüchern in den entlegensten Winkeln. Und dort tauchen auch immer mehr illegale Feuerstellen auf. Schon lange hängt das Problem der Feuerei nicht mehr nur mit den Boofern zusammen. Es wird forciert vom Erlebnistourismus und einer naturfernen Adrenalin-Gesellschaft, die alles ausprobieren muss, was Spaß macht. Und es verlagert sich an immer exponiertere Stellen oder mitten hinein ins Dickicht der Sächsischen Schweiz – wo ein einzelner Funke einen Flächenbrand auslösen kann.

Empörung allein reicht nicht

Wie nun soll die Nationalparkverwaltung – wie sollen wir selbst – mit den Entwicklungen umgehen, die Teil der Waldbrand-Geschichte in den Affensteinen sind? Was nützt eine hilflose Drohung des Nationalparkchefs, die eigentlich gar keine ist? Was nützen Worte, wenn ihnen keine Taten folgen? Vielleicht ist es gut, an eine Zeit Anfang der 1980er-Jahre zu erinnern, als sich das ungezügelte Abenteurertum in der Sächsischen Schweiz schon einmal zum Problem auswuchs, das selbst manchem, der doch Teil dieser Bewegung war, zuviel wurde. Der Zusammenhang war ein anderer – er hatte politische Gründe. Die Folgen für das Gebirge und die Natur aber waren die gleichen. Damals entstand eine Art Vorläufer der Nationalparkwacht – ein ehrenamtlicher Naturschutzdienst. Es kamen Freiwillige, zum Teil aus Wander- und Kletterkreisen, um Erosionsflächen zu sanieren, Zäune zu bauen, Bäume zu pflanzen und um Boofen und Wege zu kontrollieren. Die Kontrollen waren unbeliebt, mancher sah sein letztes bisschen Freiheit angegriffen – aber sie zeigten Wirkung. Angesichts der Affensteine müssen wir uns fragen: Ist unsere Empörung auch zu irgendetwas gut? Oder erhebt sich da, wo vernünftige Worte verhallen, heute bloß noch ein Shitstorm?

7 Kommentare zu Wir müssen reden

  1. Ein wirklich sehr guter Artikel Herr Landgraf.Mein Kumpel hat in den 80igern ehrenamtlich in der Sächsischen Schweiz mit gearbeitet als Naturschutzhelfer.Nach der Gründung des NP war er auch noch einige Jahre tätig.Wie ist es heute? Es gibt doch heute über 30 zertifizierte Nationalparkführer.Diese müßten doch verstärkt an jeden Wochenende im Einsatz sein.Fehlanzeige,sie sind da um kommerziell in Erscheinung zu treten.Ein anderer Bekannter ist Ranger im NP.Er teilte mir mit, das wir zum großen Teil unserer Arbeitszeit mit der Kontrolle der Parkautomaten zu tun haben und die restliche Zeit im Forst (Borkenkäferkontrolle).Zeit für die eigentliche Aufgabe bleibt da kaum noch.Die Verwaltung scheint das wenig zu interessieren meint er.

  2. Vergiss es. Der Keks ist gegessen, der Dops ist gelutscht. Mit Nationalparks rettest du nichts mehr. Erst wird die Natur zur Sau gemacht, dann wird der kärgliche Rest eingezäunt und „geschützt“. Was war der erste Nationalpark? Yellowstone. Erst werden alle Büffel abgeschossen, die meisten Indianer gekillt, dann fällt jemanden ein, wie schick das doch eigentlich war. Vorbild für die restlichen Nationalparks.
    Wir wissen doch alle, dass unsere Lebensweise die Ursache ist. Und, verschrotten wir (und alle Chinesen) morgen unsere Autos? Vermutlich werde ich ob dieser Idee zum Idioten erklärt.

  3. Der Artikel beschreibt gut das Dilemma: verbotene Wege, trotzdem überall Trampefade, Berge von Papiertachentüchern, Höhlen/Grotten voller Müll. Habe es dieses Jahr an einem Samstag im August im Kirnitzsch Tal gesehen. Massenweise Leute mit Schlafsäcken und Bierkästen strömten in die Natur. Das Müll Problem gibt es überall im deutschen Wald. Mir immer wieder unverstänlich, wenn man die Sachen in den Wald tragen kann, dann sollte es auch möglich sein sie wieder mit zu nehmen. Die Natur im Elbsandstein ist so faszinierend, dass man den Wunsch hat auch die entlegensten Winkel erkundnen zu wollen. Dieser Wunsch is ja nur zu verständlich. Nur wie will man das unterscheiden: Ein Wanderer verhält sich entsprechend naturkonform und der Nächste geht mit ungeeingneter Ausrüstung, lärmend, rauchend und müllverbreitend durch die Lande. Da kann man die Nationalparkverwaltung schon verstehen, wenn die Wege gesperrt werden. Zwei Beispiele: Ein Wandersmann auf dem Parkplatz Nasser Grund in ausgelatschten Büro Schuhen. Auf meine verwunderte Frage hieß es das sind Allround Schuhe. In der Weberschlüchte eine Frau in Spitzenunterwäsche (kein Witz) hier hieß es es sei so heiß hier. Anderrseits steht man am Schwarzen Tor und weiß der Weg auf der anderen Seite ist nur einen Steinwurf entfernt und nach den Spuren zu urteilen wird er auch reichlich genutzt. Verhält man sich Naturschutz konform, ist es ein Umweg von 8 Kilometern an die gegeüberliegende Seite zu kommen. Bin den Umweg gegangen und es war eine schöne Strecke, der Weg ist manchmal doch das Ziel. Man kann die Nationalparkverwaltung verstehen, die Massentouristen auf wenige Punkte konzentrieren zu wollen.

  4. Zunächst will ich meinem geschätzten Vorredner in zwei Punkten widersprechen: erstens: es gibt so gut wie keine „Trampelpfade“ in der Sächsischen Schweiz. Ich kenne eigentlich nur einen: den Zugang von oben zur Dieskau-Tafel am ehemaligen Kerbensteig. Der ist tatsächlich getrampelt worden, da es diesen Zugang im historischen Verlauf des Kerbensteiges nie gab. Alle anderen Wege, teilweise wirklich nur schmale Pfade, haben Namen und sind auf historischen Karten auch eindeutig nachweisbar. Zweitens: die Nationalparkverwaltung sperrt keine Wege, weil dort Wanderer mit ungenügendem Schuhwerk unterwegs sind, oder weil sie Müll hinterlassen. Sie sperrt Wege, weil ihr internationale Vereinigungen (wie etwa Europarc) im Nacken sitzen, welche seit Jahren monieren, dass die Sächsische Schweiz ein zu dichtes Wegenetz hätte. Was wiederum den Status „Nationalpark“ auf Dauer gefährdet.
    Zur Problematik „Müll“. Ich persönlich finde, dass die Sächsische Schweiz nach wie vor vergleichsweise sauber ist. Klar, die allgegenwärtigen Tempotaschentücher beleidigen das Auge, aber sie sind eben auch nach zwei ordentlichen Regentagen verrottet. So eine richtige Müllansammlung hab ich in der Saison 2014 zum letzten Mal gesehen, an den Brüdersteinen, wo sich tatsächlich die Reste eines opulenten Picknicks fanden. Ich hab das Gelumpe eingepackt und mitgenommen.
    Zu den rauchenden und lärmenden Wanderern: Lärm machen vor allem Kinder. Das liegt in deren Natur. Und so sollte man, wenn man mit denen unterwegs ist, eben nicht die sensiblen Ecken aufsuchen. Und der letzte Mensch, den ich mit brennender Kippe im Wald gesehen habe, liegt jetzt zwei Jahre zurück. Es war ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung, der uns bei der Sanierung der Schutzhütte an den Richterschlüchten beaufsichtigt hat.
    Zur sogenannten Überfrequentierung sensibler Bereiche: ich war allein in dieser Saison schon drei Mal auf dem Grenzweg, drei Mal auf dem Alten Flößersteig, zwei Mal auf dem Thorwalder Gratweg und einmal in Försters Loch unterwegs. Und immer ganz allein bzw. mit einem Wanderfreund. Also nicht wirklich überlaufen.
    Zu den „Event-Touristen“. Hier haben wir tatsächlich ein Problem. Wobei es die Nationalparkverwaltung leider bis heute nicht geschafft hat, dieses Bedürfnis nach „Events“ vernünftig zu kanalisieren. Die offiziellen Feuerstellen etwa liegen fast alle an völlig unattraktiven Ecken, oder sie werden nicht gepflegt. Die am Zeughaus zumindest ist derzeit total zugewachsen. Anderswo hat man das besser im Griff. Als ich in der vorigen Saison in einem anderen Gebiet mit einer ganzen Gruppe mal eine solche Lagerfeueraktion bei der dortigen Verwaltung angemeldet hatte, lag dann sogar sorgsam gestapeltes Brennmaterial bereit. Kostenlos.
    Zu den Möglichkeiten der Parkverwaltung: tatsächlich sind diese begrenzt. Was aber zu aller erst mal am politischen Umfeld liegt. Der Nationalpark untersteht dem Sachsenforst, einem gewinnorientierten Staatsbetrieb. Und dem scheint es wichtiger, Holz zu schlagen und zu verkaufen, als die Umwelt zu schützen. Die beim „Waldumbau“ anfallenden Festmeter zumindest sind fest eingeplant, und wehe dem, sie kommen nicht. Dazu kommt, dass der derzeitige Chef der Nationalparkverwaltung eben von Hause aus ein Forstwirtschaftler ist, kein Naturschützer. Da werden Prioritäten gesetzt. Kontrollen im Wald, sei es auf gesperrten Wegen oder sei es auf Feuerstellen hin, die gibt es praktisch nicht mehr. Was man so oder so finden kann.
    Zum Waldbrand: so schlimm der auch war, und so wenig Verständnis ich für die Feuermacher habe: wir sollten hier nicht skandalisieren. Die Natur kann sehr gut damit umgehen. Man möge sich mal die Gegend um den Rabenstein bei Dittersbach ansehen, wo vor einigen Jahren ein Großbrand gewütet hat. Ein wunderbarer, gesunder Mischwald wächst zwischen den verkohlten alten Stämmen heran. Eigentlich genau das, was sich die Nationalparkverwaltung wünscht. Ähnlich sieht es an den vom Borkenkäfer zerfressenen Stellen am Hochhübel und am Reitsteig aus. Was aber nicht heißen soll, dass ich solche Lagerfeueraktionen toleriere. Denn selbst, wenn die Natur damit umgehen kann: allein die Kosten für den Feuerwehreinsatz wären wohl an anderer Stelle besser ausgegeben.
    Mein persönliches Fazit: der Mensch ist kein Gegner, sondern ein Teil der Natur. Er gehört da rein. Nur darf er sie eben nicht schädigen. Was heißt: den schlimmsten Auswüchsen sollten wir deutlich begegnen (und Lagerfeuer auf Riffen zähle ich ganz klar dazu), ansonsten aber gilt: Leben und Leben lassen.

  5. Danke für den weiteren Kommentar. Mein erster Kommentar war einfch so aus dem Bauch nach dem Eindruck aus dem Bericht geschrieben. Da möchte ich gerne etwas ergänzen und korrigieren.

    Es mag ein oder zwei Jahre her sein, da waren z.B. reichlich Bierflaschen in den Höhlen am Kleinhennersdorfer Stein zu finden. Dieses Jahr habe ich mir Stelle nicht gemerkt, aber da lag schön sichtbar eine gut gefüllte Windel in Griffhöhe im Sandstein. Es ist richtig für solche Fälle sollte man immer Platz im Rucksack haben und das „Gelumpe“ mitnehmen. Es stimmt schon im Vergleich zu den Wäldern in meiner Heimat ist es an den meisten Stellen doch, bis auf die unästhetichen Taschentücher recht aufgeräumt. Meinem Vorredner kann ich auch dahingehend zustimmen, dass ein Waldbrand an sich ja durchaus natürlich ist und immer wieder mal mit natürlichen Ursachen ausbrechen kann. Schließlich kann sich so wie geschrieben ein gesunder Mischwald ausbilden. Die „Trampelpfade“ waren unglücklich ausgedrückt. Gemeint waren eigentlich genau die Pfade die seit vielen Jahren genutzt werden und die wenn man genau hinsieht gut sichtbar sind. Die Pfade wurden von Menschen gemacht um möglichst schnell von A nach B oder an eine besonders interessante Stelle zu kommen. So sind sie ja im Elbsandsteingebirge auch entstanden und so kann man das in jeder Parkanlage sehen. Dort gibt es auch oft Pfade, die aus dem natürlichem „Bewegungsdrang“ des Menschen entstanden sind und eben nicht dem Wunschdenken des Planers folgen. Ganz ehrlich man sieht ganz deutlich, dass es im großen Zschand oder in der Richterschlüchte eigentlich grade aus geht. Es ging mir nicht darum die falsche Ausrüstung anzuprangern. Eher wollte ich verdeutlichen, dass sich hier Menschen mit den unterschiedlichsten Ansprüchen und Erfahrungen im Nationalpark bewegen (mich eingeschlossen). Die haben auch sicherlich das Recht dazu. Yoga auf der Carolaaussicht oder Barfusswandern im Sandstein habe ich schon gesehen, finde ich Klasse. Auch die Dame in der Spitzenunterwäsche habe ich freundlich, etwas schmunzelnd gegrüsst. Als Mann fand ich das dann ja auch eher interessant (wer schaut da schon weg). Auch ein schönes Bier an einen lauem Sommerabend irgendwo auf einer Aussicht ist ja nicht verwerflich. Irgendwo seinen Schlafsack auf dem Sand auszurollen, wird die Natur auch nicht zerstören. Dazu möchte ich bemerken auch die schönen Nachtfotos auf dieser Webseite müssen ja irgendwie entstanden sein. Da war doch jemand Nachts unterwegs und hat bestimmt das ein oder andere Tier aufgeschreckt. All dieses fügt der Natur sicherlich weniger Schaden zu als eine Monkultur oder ein Harvester. Wer vermag es denn wirklich zu wissen, wenn es überhaupt die Schlafsackbesitzer waren, die dort den Brand verursacht haben. Vielleicht wussten sie es nicht besser, dass ein Feuer solch fatale Folgen haben kann.

    Vor allem, wie sieht die Lösung des Problems aus? Natürlich ist das Gebiet schützens- und erhaltenswert. Das steht außer Frage. Zaun drumherum und alle aussperren?

    Man wird solange sich Menschen dort bewegen immer wieder mit Folgen der menschlichen Anwesenheit rechnen müssen. Die Menschen nutzen das Gebiet schon seit hunderten von Jahren in unterschiedlichster Weise. Dafür ist die Natur dann doch noch recht intakt. Obwohl die Stelle des Waldbrandes ja nun nicht in der Kernzone lag. Was verboten ist, ist interessant. Warum klärt man nicht auf? Im Bereich des Goldsteiges stehen Schilder, dass hier während der Brutzeit gesperrt ist. Das werden 95% der Besucher verstehen und akzeptieren. Warum erklärt man nicht warum grade jetzt ein Weg nicht begangen werden sollte, statt ihn komplett zu sperren? Die Feuerstelle beim Zeughaus sah dieses Jahr wirklich nicht gepflegt und einladend aus. Warum bietet man nicht attraktive gut gekennzeichnete Alternativen? Dazu kommt, die meisten dieser „verbotenen“ Orte sind kilometerweit von jeglicher Zivilisation entfernt. Ein Gelegeheits Tourist wird sich da bestimmt nicht hin verirren. Einem „Event“ Touristen ist es da bestimmt zu langweilig und zu ruhig. Mit GPS wird man übrigens nicht weit kommen. Der Empfang zwischen den Felsen ist lausig bis nicht vorhanden.

    Aufklärung und Dialog kann nur die Lösung sein – aber nicht kriminalisieren und ausgrenzen.

    P.S. Meine Kinder Lärmen übrigens auch

  6. Man könnte es einfacher Lösen.Es gibt 3 Zugänge zum Kirnitschtal per Auto,Bus oder Straßenbahn.Man stellt an allen Einfahrten Große Schilder auf mit Verweis auf die Parkplätze.Dort muss sich jeder Parkende die Schautafeln anschauen.Ich denke 98 Prozent werden das tun.Die Gaststätten könnten auch mit machen.Und man sollte eine Schranke installieren.nur soviel rein wie Raus kommen.Ich finde es halt affig wenn der SUV aus München mit seiner Familie noch bis kurz vor die Gaststätte fahren muss.Das löst die Parkplatznot.Von Gebühren würde ich absehen.Man bewegt sich auch dann mal wieder.

  7. Jedem Kletterer sind die Wanderwege zu weit.Jedem Klettere muss aber bewusst sein das wenn ich Klettern möchte auch ein Weg zum Gipfel anfällt.Früher sind wir nur Kilometer gelaufen um zu Klettern.Sperrt das Kirnitstal mit Schranken ab.Es darf nur jemand rein wenn jemand anderes raus kommt.Was die Natur verträgt kann man leicht ermitteln.Das wäre mein Vorschlag.Ein Auto rein,ein Auto raus.

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