Nicht von Pappe – oder doch?

Landschaftsrelief der Sächsischen Schweiz
Nationalparkmitarbeiter Frank R. Richter erklärt seinem Chef Dietrich Butter (2.v.R.) die Sächsische Schweiz im Miniaturformat. Brandbaudenwirt Michael Dora (links) und Nationalparksprecher Hanspeter Mayr können offenbar auch noch was lernen. (Foto: Hartmut Landgraf)

Nach fast 60 Jahren hat Irmgard Uhligs berühmtes Relief der Sächsischen Schweiz mal eine Runderneuerung erhalten. Die wiedereröffnete Nationalpark-Infostelle am Brand hat aber noch mehr zu bieten.

Leimspritze, Hanfbinde, Kitt. Mit solch bescheidenen Hilfsmitteln hat die Pirnaer Diplomrestauratorin Stefanie Matthes den wichtigsten Kletterfelsen der Sächsischen Schweiz wieder aufgerichtet: den Falkenstein. Der Felsen drohte umzukippen, war allerdings kaum mehr als daumennagelgroß und Bestandteil eines nicht minder berühmten Landschaftsreliefs – Irmgard Uhligs 3-D-Modell der Sächsischen Schweiz im Blockhaus auf dem Brand. Das betagte Kunstobjekt hat in den vergangenen Monaten im Auftrag der Nationalparkverwaltung eine Runderneuerung erhalten. 1956 von der Dresdner Bergmalerin in fünf Teilstücken aus Pappe, Leinwand, Holz und Styropor zusammengefügt, war es an vielen Stellen rissig und schäbig geworden.

Restauratorin arbeitet am Uhlig-Relief
Sisyphus-Arbeit: Mit Leimspritze und Kitt hat Restauratorin Stefanie Matthes die Sächsische Schweiz wieder zusammengeflickt. (Archivfoto: Hartmut Landgraf)
Gästebuch
Hegt da jemand Sympathien für den Klettersport? Das Gästebuch der Nationalpark-Infostelle steckt in einer traditionellen Gipfelbuchkassette. (Foto: Hartmut Langraf)

Das Uhlig-Relief war und bleibt der Hingucker in der frisch umgebauten Nationalpark-Infostelle im Blockhaus. Neuerdings ist es sogar mit einem Touchscreen verbunden, auf dem man sich orientieren kann und allerlei Wissenswertes über die nachgebildeten Erhebungen der Sächsischen Schweiz erfährt. Vorbei die Zeit, als die Modellfelsen noch mit kleinen Steckfähnchen markiert wurden, von denen – so hört man – immer wieder einige verschwanden oder vertauscht wurden, sehr zur Verwirrung ortsunkundiger Touristen. Nun also hält auch hier das computergesteuerte 21. Jahrhundert Einzug.

Turmfalke
Auch er ziert die Ausstellung: ein Turmfalke. Leider nur ausgestopft. (Foto: Hartmut Landgraf)

Saniert wurde aber nicht nur das Relief: Die Nationalparkverwaltung hat insgesamt 22.000 Euro Landesmittel in die Hand genommen und die gesamte Ausstellung umgebaut und auf Vordermann gebracht. Neu entstanden ist u.a. eine Kinderecke, wo die kleinen Besucher einigen ausgestopften Vertretern der heimischen Vogelwelt begegnen können – vom Eisvogel bis zum Turmfalken. Gleich daneben gibt´s – wiederum interaktiv via Bildschirm – Gesangsproben der gefiederten Gesellen und Steckbriefe mit Informationen zu ihren Lebensräumen und -gewohnheiten. Die Ausstellung ist dreisprachig und ganzjährig jeweils 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Fazit: Die Zier-Fichte aus echt Sebnitzer Kunstblume, mit der die Kinderecke dekoriert wurde, hätte vielleicht eher zu einer Schau über die heimische Forstwirtschaft gepasst. Ansonsten ist die Infostelle am Brand ein durchaus schickes kleines Aushängeschild für den Nationalpark geworden, das letztlich auch für die Besucher der Sächsischen Schweiz interessanter sein dürfte als so manche gut gemeinte Tafel am Wegesrand.

Mehr zu den Infostellen des Nationalparks >>>gibt es hier!

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