So machen es die Grönländer

Mann im Iglu
Für einen Inuit ist das Iglu Teil seiner kulturellen Identität. Jens Kristian Reimer hat die alte Kunst des Hausbauens mit Schnee von seinen Vorfahren gelernt - jetzt gibt er sie an seine Söhne weiter. (Foto: DiskoBay Adventures)

Wie baut man ein Iglu? Am besten man fragt jemanden, der sich damit richtig gut auskennt. Und sei es am anderen Ende der Welt. Teil zwei unseres Winter-Wettstreits mit der Buschmühle. Die Antwort aus der Arktis.

Jens Kristian Reimer. (Foto: DiskoBay Adventures)
Jens Kristian Reimer. (Foto: DiskoBay Adventures)

Als ich ein Kind war, haben wir im Winter immer Schneehütten gebaut – keine richtigen Iglus, sondern mehr rechteckig. Und natürlich war das nur zum Spielen und Spaß haben. Als ich erwachsen wurde, habe ich für meine eigenen Kinder einige Iglus gebaut. Aber heute bin ich ein ausgebildeter Abenteuer-Guide und weiß, wie man es richtig macht, so wie meine Vorfahren.

Man braucht dafür ein paar Handsägen – und es wäre natürlich perfekt, wenn man es nicht alleine machen muss. Dann kann dein Freund zum Beispiel die Blöcke zuschneiden und du setzt sie zusammen. Zuerst mal musst du den perfekten Schnee finden, der sich gut in Blöcke modellieren lässt – er sollte hart und formbar sein. Mach ein paar Blöcke, je nachdem wie groß dein Iglu sein soll. Für ein Vier-Personen-Iglu sollten die unteren Blöcke etwa 60 Zentimeter lang, 40 breit und 30 dick sein. Nach oben hin werden sie ein bisschen kleiner.

Drei Männer bauen ein Iglu
Der Trick beim Iglubauen besteht darin, dass alle Schnittflächen zur Mitte des Raumes zeigen. (Foto: DiskoBay Adventures)

igluskizze_diskobay_sandsteinblogger

Eingang eines Iglus und Kochgeschirr
Und schon wird´s in der neuen Schneebehausung richtig heimisch… (Foto: DiskoBay Adventures)

Als nächstes zeichnest du einen möglichst perfekten Kreis in den Schnee und platzierst einen ersten Ring aus Blöcken auf der Außenseite deines Kreises. Dieser sollte einen Durchmesser von etwa 3,5 Meter haben, sodass vier Personen später bequem im Iglu liegen können. Es sollte einfach groß genug sein, dass die Leute nicht zu nahe an den kalten Wänden liegen müssen. Natürlich können sie auch ein bisschen zusammenrücken, das hilft ja warm zu bleiben…

Jens Kristian Reimer organisiert Touren und Abenteuer an einem der spektakulärsten Orte weltweit - der Diskobucht. Hier geht´s zu seiner Homepage.
Jens Kristian Reimer organisiert Touren und Abenteuer an einem der spektakulärsten Orte weltweit – in der grönländischen Diskobucht. Hier geht´s zu seiner Homepage. Klick auf das Logo!

Wenn er fest genug dafür ist, kannst du den Schnee auch gleich aus dem Inneren deines Kreises verwenden, um Blöcke zu machen. Sorg dafür, dass diese so dicht wie möglich nebeneinander liegen. Was nicht perfekt passt, musst du mit der Säge vielleicht noch ein bisschen nachbearbeiten. Alle Schnittflächen sollten zur Mitte des Raumes zeigen – das ist die Magie und das Geheimnis beim Bau eines Iglus. Alle vertikalen und horizontalen Schnittflächen. Dann fällt die ganze Konstruktion später nicht auseinander.

Als Letztes schneidest du einen runden Block, um das verbleibende Loch oben im Dach zu schließen. Auf den Fotos siehst du mich mit meinen älteren Kids, wie wir ein Iglu bauen – allerdings nur ein kleines, eher das Modell eines Iglus.

Viele Grüße

Jens Kristian Reimer

(Aus dem Englischen übersetzt)

Grönland-Challenge in der Sächsischen Schweiz

Buschmüller gegen Sandsteinblogger >>> Teil 1 des Winter-Wettstreits

Drei Inuit bauen ein Iglu
Die unteren Blöcke sind größer als die oberen. (Foto: DiskoBay Adventures)
Iglo in der Disko Bucht
Das fertige Iglu – ganz so, wie es die Vorfahren von Jens überliefert haben. (Foto: DiskoBay Adventures)

2 Kommentare zu So machen es die Grönländer

  1. Ach Hartmut…
    Was soll ich denn jetzt dazu sagen?
    Erst rufst Du in Eigenregie eine Challenge aus, die ja schon beim Artikelschreiben verloren war,
    dann kommst Du mit ´nem echten Eskimo, einem zweiten Teil, einer Schlagzeile auf der ersten Seite der SZ neben Donald´s Amtseinführung! (und daneben noch Rolf wie er aus der Wegekomission „entfernt“ wurde – aber das ist ein anderes Thema…)
    Also 1:1 oder?
    Dann würd ich einfach mal vorschlagen: wir werden uns nächstes Jahr in den Winterferien bei deinem Inuitfachmann treffen, 3 Männer, 3 Sägen, ein Ziel.
    Du hast ´ne Story und Andrea und ich kommen mal aus dem Tal raus – win/win sozusagen.

    schlaf mal drüber und bis dahin beste grüße aus dem tale
    stefan

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