Der Ewiggestrige

Feuersalamander wirken wie Tiere aus einem früheren Erdzeitalter, als Wasserlebewesen begannen, das Land zu erobern. Ihre auffällige Erscheinung ist Teil ihrer Überlebensstrategie – und gab Anlass für Mythen und Märchen. Auf Drachensuche im Elbsandsteingebirge.

Die Dosis macht das Gift. Dieser berühmte Satz (im Original etwas umständlicher formuliert) bestimmt bis heute die Grundlagen und fundamentalen Prinzipien der Toxikologie und Pharmakologie. Niedergeschrieben hat ihn im 16. Jahrhundert der Schweizer Arzt und Naturphilosoph Paracelsus – in einer Zeit, als in Europa ein Geschöpf aus dem Reich der Amphibien wegen seiner drachenartigen Gestalt und seiner besonderen Giftigkeit weithin berühmt und berüchtigt war: der Feuersalamander.


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Mit Unterstützung des Vereins der Freunde des Nationalparks Sächsische Schweiz

Kompass Natur – Alle Folgen


Schon ein einzelnes Exemplar im Brunnen könne eine ganze Dorfgemeinschaft vergiften, hieß es damals. In Sagen und Legenden wohnt mitunter ein Fünkchen Wahrheit. Tatsächlich verfügt der Salamander über ein giftiges Drüsensekret, das er notfalls sogar verspritzen kann, wenn er sich bedroht fühlt – allerdings in viel zu geringen Mengen, um einem Menschen gefährlich zu werden. Über allergische Hautreizungen geht´s nicht hinaus. Wie gesagt: Die Dosis macht das Gift.

In der Reformationszeit jedoch sahen selbst fortschrittliche Denker wie Paracelsus in den Amphibien noch etwas Übernatürliches. Mancher hielt sie gar für dämonische Kreaturen. Ihre auffällige Erscheinung ist aber nur Teil ihrer Überlebensstrategie, wobei der Feuersalamander darüber hinaus auch in anderer Hinsicht als ein Exot unter seinesgleichen gilt. Grund genug, sich näher mit dem seltenen Gesellen zu beschäftigen. Auf Drachensuche im linkselbischen Teil der Nationalparkregion Sächsische Schweiz. >>> Zum Beitrag aufs Bild klicken!

Szenen einer Drachenjagd

Der Feuersalamander. Ein tapsiges kleines Geschöpf – gelb gefleckt und scheinbar aus der Zeit gefallen, in archetypischer Drachenform, beinahe wie ein Tier aus einer früheren Erdepoche, als erste Wasserlebewesen begannen, das Land zu erobern. Doch Salamander sind keine Urzeit-Echsen, sondern Lurche. Und sie sind clevere Versteckspieler. Spüren sie eine Bewegung, verharren sie meistens still, bis die Gefahr vorüber ist. In der Sächsischen Schweiz bieten ihnen besonders die quell- und gewässerreichen Wälder der linken Elbseite gute Lebensräume. Nach langem Suchen haben wir dort im Elbtal bei Schöna, auf der ersten Etappe des Forststeigs, endlich Glück.

Fotos: Hartmut Landgraf

Irgendwo hier lebt der Feuersalamander. Unterwegs mit Kai Noritzsch und Wolfram Claus von der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz.

Tauberts Aussicht überm Gelobtbachtal mit Blick in den böhmischen Elbe-Canyon ist eines der Highlights auf der ersten Etappe des Forststeigs.
So lässt sich´s der Feuersalamander gefallen: Ein klarer Bach in einem schattigen, kühlen Grund. Und Menschen, die auch beim Fotografieren ein bisschen Abstand zu ihm halten.

 

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