Blickwechsel am Hörnelteich

Der Hörnelteich bei Gohrisch ist ein Meister der Verwandlung: mal ist er da, dann wieder nicht. Fotografen finden ihn schön, weil sich der Lilienstein darin spiegelt. Doch was bleibt davon übrig – jetzt, wo das Wasser fort ist? Es lohnt sich, genauer hinzuschauen!

Der Hörnelteich bei Gohrisch gehört zu den bekannten Fotospots der Sächsischen Schweiz. Fotografen finden ihn schön, weil sich ein prominenter Tafelberg darin spiegelt: der Lilienstein. Doch dieses Bild ist schon seit einer ganzen Weile verschwunden. Denn der Teich ist ein Meister der Verwandlung: mal ist er da, dann wieder nicht. Anders als die meisten Teiche im Elbsandsteingebirge wird er von keinem Bach oder Quellgebiet gespeist, sondern nur vom abfließenden Wasser der umliegenden Äcker. Himmelsteiche nennt man solche Gewässer, deren Dasein allein vom Regen oder der Schneeschmelze abhängt.


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Der Hörnelteich ist ausgetrocknet, er hat sich buchstäblich aus dem Staub gemacht – und mit ihm das beliebte Spiegelbild. Was also gibt´s da jetzt noch zu sehen? Pablo Picasso hat einmal gesagt: „Ich suche nicht, ich finde!“ Soll heißen: Wer mit bestimmten Erwartungen und fertigen Bildern im Kopf auf etwas schaut, der sieht nichts Neues, sondern nur das, was er ohnehin schon kennt. So gesehen, würde einem am Hörnelteich viel Spannendes entgehen. Denn in ausgetrockneten Gewässern entwickelt die Natur in kurzer Zeit ungeahnte Kräfte und eine üppige Lebensfülle. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen! >>> Zum Beitrag aufs Bild klicken!

Ein Teich wandelt sein Gesicht

Ausgetrocknete Teiche gehören zu den spannendsten Lebensräumen in der Natur – und zu den seltensten. Hier finden Pflanzen ein Zuhause, die sonst eher in Sümpfen oder Auwäldern vorkommen. Und dieser Umbruch vollzieht sich in kürzester Zeit.

Fotos: Hartmut Landgraf

Rohrkolben kommen mit wechselnassen Verhältnissen gut klar, sagt Artenexperte Ronny Goldberg von der Nationalpark- und Forstverwaltung.
Leicht zu übersehen: Brennender Hahnenfuß bedeckt den sumpfigen Boden des ausgetrockneten Hörnelteichs.
Der Zulauf des Hörnelteichs ist noch intakt. Drei, die sich jahrelang um das Gewässer gekümmert haben: Jörg Weber von der Nationalpark- und Forstverwaltung, Landschaftsbauer Siegmar Schröder und Klaus Schneider vom Gebirgsverein Heimatfreunde Gohrisch. (v.l.n.r.).

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